Historisches aus dem Seebad Binz

Geschrieben am 12. Dezember 2007 in Allgemein von Mirko || Keine Kommentare

Seebrücke Binz vor 1945Seebrücke Binz vor 19451900 besuchten Binz 9.871 Badegäste, damit überflügelte es das bisher führende Bad des Großbürgertums, Saßnitz, und entwickelte sich zum größten Seebad Rügens. Etwa 70 % der Gäste reisen mit dem Schiff an, trotz des lästigen und riskanten „Ausbootens“. Eine Landungsbrücke sollte die Gästeankunft auf dem Seeweg erleichtern und die Möglichkeiten für Schiffsausflüge weiter verbessern, so beschloss es die Gemeindevertretung 1901. Am 22.Juli 1902 wurde die Brücke mit einem Restaurant am Brückenkopf eröffnet. Um vor der Konkurrenz besser dazustehen, wurde die wahre Länge der Landungsbrücke von 560m in Reiseführern und Prospekten auf 600 m „aufgerundet”. Die Attraktion ist die elektrische Beleuchtung der Brücke und der Promenade. Den Strom erzeugt eine Dampfmaschine in der Nähe des Kurhauses. In der Nacht vom 30. zum 31.12.1904 zerstörte eine Sturmflut die Landungsbrücke. 1906 ist die neue Seebrücke fertig, gleicher Standort, gleiche Länge. Am Brückenkopf wurde sie erheblich verstärkt. Sie erhält 1910 den Namen „Prinz Heinrich Brücke“. 1914 erholten sich in Binz ca. 26.000 Badegäste. In der Hochsaison legten täglich bis zu 45 Passagierschiffe an der Landungsbrücke an, das waren rund 70% der Gäste. Mit dem Ausbau des Straßen- und Schienennetzes und der Inbetriebnahme des Rügendamms 1936 ging die Bedeutung der Landungsbrücke zurück. Sie galt nur noch als Touristenattraktion und als Anlegeplatz für Ausflugsschiffe. Der strenge Winter 1942 zerstörte die Binzer Landungsbrücke so stark, dass ein Wiederaufbau in dieser Zeit unmöglich war. In der DDR-Zeit gab es angeblich keinen Bedarf für solch ein Bauwerk. Erst am 21. Mai 1994 erfolgt die Einweihung der 370m langen Landungsbrücke. Die MS „Binz“ nahm dann am 3. Juni wieder den Ausflugsverkehr auf.

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