Die Besiedelung der Insel Rügen
Geschrieben am 28. November 2007 in Allgemein von ruegen || Keine Kommentare
Die ürsprünglichen Bewohner der Insel waren die Germanen. Zur Zeit der Völkerwanderung trieb es die Rugier nach Italien, welches ein Sehnsuchtsziel deutscher Wandervölker war. Unter dem Führer Odoaker bereiteten sie dem weströmischen Reich sein Ende, anschließend starben sie selbst an der Seite von Totilas und Tejas. Die slawischen Völker nahmen den verlassen Platz von ihnen ein. Als Rügen sich im 10. Jahrhundert langsam entwickelte, hieß die Insel aber nicht Rügen, sondern Reuna, Ruja und Roe. Die Bewohner hießen: Rani, Ruani, Roani und auch Rugiani. Entweder entstand dies durch die eingewanderten Slawen, die die Insel nach einer slawischen Wurzel namens „rui“ benannt wurde oder aber durch die vorgefundenen Namen „Ruja“ oder „Rugia“ in ihre Sprache umwandelten. Erst im Mittelalter, wo man erneut aus Tacitus Schriften von Rugiern hörte, bekam die Insel ihren Namen Rugia, aus dem später Rügen wurde. Die slawische Bevölkerung hielt bis zum Christentum einzug. Am 14. Juni 1168 wurde Arkona erobert und sein Heiligtum, der Rügensche Nationalgott Swantewitz vom König Waldemar I. und dem großen Kanzler Bischof Absalon von Roaskilde, wurden völlig zerstört. Die Folge: Das Christentum wurde endlich auch auf Rügen eingeführt. Von 1168 bis 1325 herrschten die eingeborenen Fürsten die Insel unter dänischer Lehensherrschaft. Der erste Rügensche Fürst Jaromar I., der auch „der Große“ genannt wurde, war sehr bestrebt Rügen in die Segnungen der Kultur einzuführen. Die Slawen jedoch, deren Haupterwerbszweig die Seeräuberei war, waren dazu nicht geeignet, deswegen mussten die Rugianer an die Kultivierung des Bodens gewöhnt werden, auch neue Erwerbszweige und Handel mussten geschaffen werden. Jaromar blickte über Deutschland und holte von dort seine Kolonisten. Das auf Rügen, trotz des dänischen Lehens, die deutsche Sprache und Gesittung enstand, und auch bestehen blieb, ist Jaromar zu verdanken. Allmählich kam der Wandlungsprozess vom slawischen ins deutsche Land, aber es ist ein Beweis von der Zähigkeit des Germanentums und Überlegenheit über dem Slawentum, welches nach fast zwei Jahrhunderten spurlos verschwand. Jaromar I. gründete 1193 das erste Kloster beim Rugard, dem Anfang der Stadt Bergen, danach dann Stralsund. 1297 wird das Zisterzienser-Kloster auf Hiddensee von Witzlaw II. gebaut. Nach dem Aussterben des letzten einheimischen Fürsten Witzlaw II. fiel Rügen 1325 durch einen Erbvertrag an Pommernherzöge, deren Herrschaft bis zum Aussterben 1637 hielt. In einem langen Zeitraum lebte Rügen in Wohlstand und Ruhe. In den Jahren 1522 bis 1534 entstand dann die Reformation. Während des 30, jährigen Krieges musste Rügen viel leiden, die Schweden besetzten 1640 die alte Fähre und Hiddensee, während die Kaiserlichen die ganze Insel plünderten und zerstörten. Im westfälischen Frieden fiel Vorpommern und Rügen an Schweden. 1667 wurde die Insel dann von Dänen besetzt , doch schon 1668 eroberte Schweden die Insel zurück. Am 13. September 1678 landet der Große Kurfürst mit Drefflinger auf Rügen, dieser besetzt auch die Insel. Im Frieden zu Sankt Germain 1679 ging die Herrschaft wieder an Schweden. 1715 wird die Insel von Preußen unter Dessauer erobert. Am 15. November vertrieb König Wilhelm I. im Bunde mit dem Dänenkönig bei Groß Stresow den Schwedenkönig Karl XII, trotzdem musste beim Friedenschluss 1720 die Insel wieder an Schweden übergeben werden. 1806 gab der schwedische König , infolge des Aufrufs von Ernst Moritz Arndt endlich die Leibeigenschaft auf. Aber Rügen musste nochmal die schrecklichen Leiden des Krieges kosten, denn von 1806 bis 1810 war das Land von Franzosen besetzt, welche auf Rügen furchtbar wüteten und das Volk bis aufs Blut demütigten, sodass der Wohlstand Rügens komplett ruiniert wurde. Im Wiener Kongress 1815 wurde Rügen Preußen zuerkannt und damit war die Kriegsrandale auf der Insel beendet. Statt einer kriegerischen Entwicklung gab es nun eine friedliche und Rügen erstrahlte zur Jahrhundertwende im Glanz.